
Das internationale Magazin Elska, das sich der Darstellung queerer Männer weltweit widmet, hat seine 51. Ausgabe veröffentlicht. Diesmal steht Buenos Aires im Mittelpunkt. Herausgeber und Fotograf Liam Campbell reiste für neun Tage in die argentinische Hauptstadt, um die LGBTQ-Community dort kennenzulernen und in Bild sowie Text festzuhalten.
Eine Reise nach Buenos Aires
„Ich wollte Buenos Aires schon lange besuchen“, sagt Campbell. „Doch ich habe es immer wieder aufgeschoben – wegen der Entfernung, den hohen Reisekosten und vielleicht auch wegen der politischen Lage.“ Doch eine Leserabstimmung im vergangenen Jahr entschied: Elska soll nach Buenos Aires. Also machte sich Campbell auf den Weg.
Vor Ort traf er eine Vielzahl schwuler und queerer Männer, die er porträtierte. Das Besondere an seinen Arbeiten: Die Männer präsentieren sich ungestellt, mal nackt, mal in Alltagskleidung – ganz so, wie sie sich selbst sehen wollen. Die Verbindung von Fotografie und persönlichen Erzählungen soll ein authentisches Bild des queeren Lebens in Buenos Aires vermitteln.
Zwischen Herzlichkeit und politischem Protest
„Die Männer in Buenos Aires waren unglaublich warmherzig“, erzählt Campbell. „Diese Wärme war für mich als eher zurückhaltenden Briten eine Herausforderung – aber genau das macht den Reiz dieser Ausgabe aus.“
Neben den persönlichen Geschichten der porträtierten Männer beschäftigt sich Elska Buenos Aires auch mit der politischen Situation in Argentinien. Unter der Regierung von Präsident Javier Milei gab es zuletzt vermehrt Proteste, auch aus der queeren Community. So marschierten am 1. Februar rund zwei Millionen Menschen bei einer antifaschistischen und antirassistischen Pride-Demonstration durch die Straßen von Buenos Aires. Mit Parolen wie „Fuera Milei“ („Milei verschwinde“) machten sie auf ihre Anliegen aufmerksam.
Die Schönheit der Porteños
Insgesamt zeigt die Ausgabe zehn argentinische Männer, die Campbell als Porteños bezeichnet – ein Begriff für die Einwohner der Hauptstadt. Sie wurden an verschiedenen Orten fotografiert: auf den Straßen von Buenos Aires, in ihren Wohnungen oder an anderen für sie bedeutenden Plätzen.
„Ich wollte sie so echt und divers wie möglich zeigen“, sagt Campbell über seine Arbeit. Elska Buenos Aires zählt zu den freizügigeren Ausgaben des Magazins – viele der Porträtierten entschieden sich, sich nackt ablichten zu lassen. Doch Campbell betont: „Es geht hier nicht nur um Sex oder Erotik. Es geht um Identität, um Offenheit und darum, sich selbst treu zu bleiben.“
Eine besondere Ausgabe
Zusätzlich zur Hauptausgabe ist auch das Begleitmagazin Elska Ekstra Buenos Aires erhältlich. Dieses enthält weitere Kapitel mit zusätzlichen Porträts, Outtake-Fotos und Hintergrundgeschichten.
Mit dieser Ausgabe feiert Elska seine vierte Reise nach Lateinamerika und die erste nach Argentinien. Buenos Aires, mit seiner Eleganz und seinem Charme, steht damit nun in einer Reihe mit anderen Metropolen, die das Magazin bereits vorgestellt hat. Und für Liam Campbell persönlich hat die Stadt einen besonderen Platz gefunden – als eine der „zehn besten Städte der Welt“.