
Es war am Mittwoch, als die Crew der „Brilliance of the Seas“, die sich gerade auf einer LGBTI-Kreuzfahrt des Veranstalters VACAYA befand, ein Boot in Seenot entdeckte. Crew und Passagiere reagierten sofort. Ein Rettungsboot wurde zu dem verunglückten Boot geschickt, um die Menschen in kleinen Gruppen an Bord zu bringen.
Rettung während einer Karibik-Kreuzfahrt
Dort wurden die Geretteten mit Essen und Trinken versorgt. Die Passagiere sammelten Kleidung für die Geretteten, während die Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean als Betreiber des Schiffes die medizinische Versorgung übernahm.
Das Schiff war am Samstag von New Orleans aus zu einer siebentägigen Karibikkreuzfahrt aufgebrochen. Es war das erste Mal, dass der LGBTI-Reiseveranstalter mit einer solchen Rettung konfrontiert wurde.
Die Crew des Kreuzfahrtschiffes reagierte sofort
VACAYA-Geschäftsführer Randle Roper, der selbst an Bord war, zeigte sich tief bewegt. „In meinen 22 Jahren in der Branche habe ich noch nie einen so emotionalen Tag erlebt“, schrieb er auf Facebook. „Es ist traurig, dass sich Menschen solchen Gefahren aussetzen müssen, um ein besseres Leben zu finden.“
Roper berichtete dem Magazin The Advocate , dass der Kapitän des Schiffes das Flüchtlingsboot aus der Ferne entdeckt und sofort gehandelt habe. „Sie haben Wasser aus dem Boot geschöpft – es war manövrierunfähig, trieb auf offener See und nahm Wasser auf“, erklärte er. Laut Roper waren die Flüchtlinge bereits ein bis zwei Tage lang ohne Hilfe auf dem Wasser.
Dramatik auf hoher See
MTV-Moderatorin Downtown Julie Brown, die als Entertainerin an Bord war, dokumentierte die Rettung per Video. „Wir haben eine große Schleife gedreht, das hat etwa 20 Minuten gedauert, und es war tatsächlich ein Boot in Not“, berichtete sie. Das Rettungsboot sei viermal hinausgefahren und habe jeweils drei Personen zurückgebracht.
Brown beschrieb zudem, wie die medizinische Versorgung unmittelbar nach der Rettung begann. „Sie werden untersucht und auf Krankheiten getestet. Es wird sich gut um sie gekümmert.“
Große Hilfsbereitschaft der Gäste
Kaum waren die Geflüchteten sicher an Bord, boten die Gäste ihre Unterstützung an. „Alle fragen: ‚Wie kann ich helfen?‘“, erinnert sich Roper. Trotz Erschöpfung und Dehydrierung waren die Geretteten in guter Verfassung.
Die US-Küstenwache bestätigte, dass es sich bei den Geflüchteten um kubanische Migranten handelt. „Das Schiff ‚Brilliance of the Seas‘ meldete die Rettung von 11 kubanischen Flüchtlingen nahe der Halbinsel Yucatán“, erklärte Petty Officer Anthony Randisi. Nach Abstimmung mit den Behörden gingen die Flüchtlinge in Cozumel, Mexiko, von Bord – dem nächsten planmäßigen Hafen des Schiffes.
Roper hob hervor, dass die Situation die Werte der queeren Community widerspiegele. „Zwei der am meisten angefeindeten Gruppen in Amerika sind aktuell die LGBTQ+-Community und Flüchtlinge“, sagte er. „Dass ausgerechnet wir die Möglichkeit hatten, ihnen zu helfen, fühlt sich wirklich gut an.“