
Die 50. Ausgabe des schwulen Reise-, Kunst- und Szenemagazins Elska markiert einen bedeutenden Meilenstein in ihrer Geschichte. Für dieses besondere Jubiläum entschied sich der Herausgeber Liam Campbell, in die Ukraine zurückzukehren – jenem Land, in dem das erste Magazin in der Stadt Lwiw entstand.
Diesmal steht Odessa im Mittelpunkt, eine lebendige Stadt am Schwarzen Meer, die durch intime Porträts und persönliche Geschichten ihrer Bewohner präsentiert wird. Eine Stadt, die wie ihre Bewohner auch derzeit vom russischen Angriffskrieg geprägt wird
Persönliche Begegnungen und intime Fotografie
Die Fotostrecken in dieser Ausgabe zeigen Männer aus Odessa in ihrem Alltag – auf den Straßen der Stadt, in ihrer alltäglichen Kleidung, sowie in ihren Wohnungen, oft nur leicht bekleidet oder nackt. Die Offenheit der Teilnehmer machte diese Ausgabe zu einer der intimsten in der Geschichte von Elska.
Ein besonderes Highlight sind die seltenen, aber eindrucksvollen „Couple-Shootings“, die dieses Mal gleich zwei Paare in ihrem privaten Umfeld zeigen. „Unsere Elskans aus Odessa waren außergewöhnlich offenherzig und großzügig“, erklärt Liam Campbell, der Schöpfer der Zeitschrift. „Das hat diese Ausgabe zu etwas ganz Besonderem gemacht.“
Die Jubiläumsausgabe sei der Anfang einer neuen Ära für Elska. In früheren Ausgaben von Elska hatte Campbell bereits Wochen vor seiner Ankunft Kontakt zu Männern vor Ort aufgenommen und Termine für Shootings vereinbart, sodass seine Reisen stets streng durchgeplant waren.
Dieses Mal musste alles spontan gehen
Das ging diesmal nicht, verrät er: „Dieses Mal bin ich spontan angereist, vor allem wegen des Krieges. Ich habe mich einfach mit den Männern getroffen, die ich vor Ort fand, und sie fotografiert, wo sie wollten, wann sie wollten und wie sie wollten. Nach jeder Begegnung machte ich mir ausführliche Notizen in einem Tagebuch, das die Grundlage für die Erzählung in Elska Odessa bildete.“
Darin beschreibt er seinen Aufenthalt in Odessa während der andauernden russischen Invasion in der Ukraine. Und trotz der ständigen Bedrohung durch Luftangriffe und die schwierigen Umstände fand Campbell Momente der Ruhe, etwa bei Spaziergängen durch die Parks, entspannten Nachmittagen in Cafés oder am Strand des Schwarzen Meeres.
„Die Menschen in Odessa zeigten eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit“, so Campbells Bilanz. „Trotz der Tragödie und der ständigen Gefahr ging das Leben weiter, so gut es eben möglich war.“
Zwölf Kapitel voller Geschichten
Die Ausgabe umfasst zwölf Kapitel, die sich jeweils einem der Teilnehmer widmen. Jede Geschichte gibt einen Einblick in das Leben dieser Männer und bietet einen einzigartigen Blick auf ihre Persönlichkeit sowie auf die Stadt Odessa.
Für Leser, die noch tiefer in die Geschichten eintauchen möchten, gibt es eine Begleitpublikation namens Elska Ekstra Odesa. Dieses Zusatzheft enthält Hunderte von zusätzlichen Fotos, die bei den Shootings entstanden sind, sowie weitere Anekdoten und Einblicke hinter die Kulissen.
Ein Zeichen der Hoffnung
Diese Ausgabe von Elska zeigt, dass das Leben selbst in schwierigen Zeiten weitergeht. Sie fängt die Schönheit und die Stärke der Community in Odessa ein und ermutigt dazu, die Stadt und ihre Bewohner zu unterstützen. Campbell hofft, dass Odessa für viele Leser:innen zu einem Reiseziel wird – sobald es sicher ist, die Ukraine wieder zu besuchen.